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Gemeinde Merzenich

Trockenkünstler sorgen für gute Blühte

Im Frühjahr 2021 hatte sich die Gemeinde Merzenich mit der Langerweher Naturgartenplanerin Manuela Roth auf eine Zusammenarbeit verständigt bezüglich der insektenfreundlichen Umgestaltung des Kreisverkehrs an der L264, Nähe Anschlussstelle zur Autobahn A4.

Zuvor hatte das Projekt vom Bau-, Planungs- und Umweltausschuss Grünes Licht bekommen. Nun zieht Manuela Roth ein erstes Fazit:

Die Veränderungen für Menschen, Tiere Natur und Umwelt waren in diesem Jahr extrem spürbar! Seit den sich wiederholenden Hitzesommern sind Wassermangel, niedrige Grundwasserstände und Trockenperioden für uns alle ein Problem geworden.

Artenrückgang, nicht nur bei den Insekten!

Innerhalb der letzten Jahrzehnte gab es einen, noch immer stark ansteigenden Artenverlust, welcher besonders durch den Rückgang von Vogel- und Insektenarten gekennzeichnet ist. Studien belegen: Mittlerweile existieren etwa 75 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren (BUND). Dabei sind artenreiche Flächen nicht nur schön anzusehen, sondern unverzichtbar für eine naturnahe und intakte Welt, wie sie für uns Menschen und die nachfolgenden Generationen so enorm wichtig ist! Schon kleine Flächen entwickeln sich mit der richtigen Bepflanzung mit heimischen Wildblumen zu einzigartigen Habitaten und sichern so das Überleben vieler Tiere.

Was bisher geschah:

Das Ziel der Umgestaltung des Kreisverkehrs ist, die Fläche mit heimischen Wildpflanzen artenreicher zu gestalten, ökologisch aufzuwerten und mit einem entsprechenden Pflegekonzept anzupassen.

Im Herbst 2021 ging es endlich los. Mit dabei waren zwei ortsansässige Firmen, Baumschule Veith und Fa. Arnold Pütz & Sohn Recycling GmbH, die die Bodenvorbereitung übernahmen. Eigentlich war ein Bodenaustausch von 30 cm geplant. Aus Kostengründen wurde dann eine einfachere Variante vorgezogen. Der Ablauf der Bodenvorbereitung verlief wie folgt: Der vorhandene Aufwuchs wurde abgemäht und entfernt. Im Anschluss wurde der verunkrautete Boden 20 cm abgezogen und mit lehmhaltigem Sand stark abgemagert und modelliert. Die entsprechend dem Standort angepasste Bepflanzung mit Initialstauden und einer mehrjährigen Wildblumenmischung aus heimischem, zertifiziertem Saatgut von Rieger Hofmann wurde von Frau Roth durchgeführt.

Entwicklung im Frühjahr 2022

Das Frühjahr ließ auf sich warten und die Wetterbedingungen waren wechselhaft. Nach einem milden März folgte ein kurzzeitig hefiger Wintereinbruch mit Nachtfrösten im April. Bis Anfang Mai war es immer noch kühl und feucht. Mitte Mai veränderten sich schließlich die Temperaturen, es wurde hochsommerlich warm. Es dauerte nicht lange, bis die Initialstauden und die ein- und zweijährigen Wildpflanzen blühten. Die im ausgebrachten Saatgut enthaltenen mehrjährigen Arten blühen erst im zweiten und dritten Jahr.

Entwicklung im Sommer 2022

Trotz des fehlenden Regens und der extremen Hitze blühte es fleißig am Kreisverkehr. Die Trockenkünstler überlebten die Extremwetterlage.

Wie geht es weiter

In diesem Herbst wird die erste Staffelmahd durchgeführt. Das bedeutet, dass diese Fläche in zwei Teilabschnitten gemäht wird, damit die Tiere nicht von heute auf morgen Ihre Rückzugsmöglichkeiten verlieren. Zusätzlich werden Teilbereiche als sogenannte „Puppenstube“ und Überwinterungsmöglichkeit stehengelassen. Diese Art von Pflegemanagement ist wichtig, damit die Artenvielfalt gefördert und nicht geschädigt wird. Ziel ist es, diese Fläche extensiv zu pflegen mit ein-, bis zweimaliger Mahd im Jahr. Das Mahdgut wird von der Fläche entfernt.

Aussichten für 2023

Der Kreisverkehr statuiert ein Exempel für die Förderung der Artenvielfalt.

Heimische Wildpflanzen helfen dabei, in Zeiten der Klimakrise, dem Artenrückgang entgegenzuwirken.

Viele Flächen, wie Bereiche im öffentlichen Grün, Straßenbegleitgrün oder Privatgärten, können zu wertvollen Lebensräumen umgestaltet werden. Das Spannende an unseren heimischen Wildpflanzen ist, dass sie immer wieder kommen, ganz gleich, welchen extremen Bedingungen sie zeitweise ausgesetzt waren.“

Manuela Roth, Naturgartenplanerin (MR-Wildbienengarten)


Frau Teresa Beverungen
Dorfmanagerin

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Bildnachweise

  • Copyright (c) 2019 MERCURY studio/Shutterstock.
  • Gemeinde Merzenich

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