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Gemeinde Merzenich

Denkmal-Analyse – LVR stellt Ergebnisse in Morschenich-Alt vor

17.10.2021 - Mit dem Erhalt des Hambacher Forstes und der Ortslage Morschenich-Alt nimmt die Gemeinde Merzenich eine Sonderrolle gegenüber dem gesamten Rheinischen Revier ein.

Es ist schon fast ein Novum in der Geschichte des deutschen Braukohletagebaus, dass ein Ort mitten in der fast schon abgeschlossenen Umsiedlung erhalten bleiben soll. Diese Symbolkraft will die Gemeinde nutzen und in dieser Ortslage gemessen an den Kriterien des Wirtschafts- und Strukturprogramms für das Rheinische Revier einen "Ort der Zukunft" entwickeln.

Parallel zur Enthüllung des „alternativen“ Ortsschildes mit dem Zusatz „Ort der Zukunft“ hatten Denkmalpfleger und Wissenschaftler des LVR im Februar 2021 mit einer sogenannten „denkmalpflegerischen Analyse zur Dorferneuerung von Ortschaft Morschenich-Alt“ begonnen, initiiert vom LVR-Amt für Denkmalpflege. Unter dem Motto „Denkmalpflege als Motor für die neue Ortsentwicklung“ sollten die Möglichkeiten einer Neugestaltung und Fortentwicklung analysiert werden unter dem Aspekt der historischen Bausubstanz und Infrastruktur des Ortes.

Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland hat während des Frühjahrs und Sommers die geschichtlichen Spuren im Ort erfasst und die historischen, Morschenich heute noch prägenden Bauten, Räume und Strukturen herausgearbeitet. Dafür waren Architekturhistoriker Philipp F. Huntscha und Volontär Fabian Körning regelmäßig vor Ort und bildeten die Grundlage für weitere Schritte.

Die Ergebnisse der denkmalpflegerischen Analyse zur Dorferneuerung von Morschenich-Alt werden Philipp F. Huntscha und Florian Körning im Beisein von Bürgermeister Georg Gelhausen und der Landeskonservatorin des Landschaftsverbandes Rheinland, Dr. Andrea Pufke, im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am Mittwoch, 27. Oktober, um 19.00 Uhr in der Kirche in Morschenich-Alt vorstellen. Hierzu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, es ist jedoch ein Nachweis nach der 3 G-Regel (geimpft, genesen, getestet) vorzulegen.

Die Analyse umfasst

  • Die geschichtlichen Spuren im Ortsbild
  • Die naturräumliche Lage und Siedlungsgeschichte
  • Historische/gegenwärtige Dorfstruktur
  • Prägende Räume und Bauten des historischen Ortsbildes

Die Untersuchungen des LVR belegen, dass die profanierte Morschenicher Kirche St. Lambertus immer wieder Ausgangspunkt für die Entwicklung und den Siedlungsprozess dieser Ortslage war. Deshalb soll die Kirche auch künftig ein Ort der Begegnung, Bildung und Kultur sein und einen Raum für den anstehenden Transformationsprozess bieten. Zudem ist dort am 5. Dezember 2021 ein Barockkonzert mit dem Thema „Im Zeitwandel“ vorgesehen.

Das Spektrum der geplanten Auftaktveranstaltungen soll die Kirche insbesondere als wichtigen lokalen Erinnerungsort, als lebendigen Ort der Kulturvermittlung und Bildung sowie als Ort bürgerschaftlicher Teilhabe an Kulturangeboten etablieren. So sollen der Erhalt und die Zugänglichkeit des kulturellen Erbes im ländlichen Raum unterstützt und ein Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen geleistet werden.

Das gesamte Projekt wird unter dem Titel „Kirchturmdenken“ gefördert im Rahmen des Programmes „Kultur in ländlichen Räumen“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Trägerin des Programms und für seine Umsetzung verantwortlich ist die Wilder Sense TraFo gGmbH.

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