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Gemeinde Merzenich

Agri-PV-Anlage

Erste Agri-PV-Anlage in Betrieb! Mit kleinen Gartenschaufeln pflanzte jetzt Bürgermeister Georg Gelhausen die ersten Arnika in den Boden auf einem Feld nahe Morschenich-Alt.

15.11.2021  Der Spaten war klein, das Projekt aber riesig! Mit kleinen Gartenschaufeln pflanzten jetzt Bürgermeister Georg Gelhausen, Professor Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich, der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel und Jens Bröker, Geschäftsführer der indeland GmbH die ersten Arnika in den Boden auf einem Feld nahe Morschenich-Alt. Der symbolische „Spatenstich“ ist Auftakt eines langjährigen Projektes des Forschungszentrums Jülich und macht die erste große Strukturwandelmaßnahme im Umfeld des Entwicklungsraumes Morschenich-Alt sichtbar. Denn die Pflanzen wachsen behütet und geschützt unter rund 1.000 Solarpanels auf, die in knapp drei Metern Höhe zum einen vor allzu viel Sonne und Regen schützen, aber auch genug Platz für die Kultivierung lassen. Und: sie produzieren bis zu 300 Kilowatt Strom!

Die sogenannte Agri-PV Forschungs- und Demonstrationsanlage ist ein Leuchtturmprojekt im BioökonomieREVIER und wird gefördert vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der Strukturwandelinitiative BioökonomieREVIER aus Mitteln des Sofortprogramms der Bundesregierung. Das Prinzip ist denkbar einfach, aber höchst effektiv: biobasierte, nachhaltige Innovationen sollen für neue, regionale Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle sorgen und das Rheinische Revier zu einer Modellregion für Bioökonomie machen.

Ziel der Anlage ist es, in praxisbezogenen Experimenten zu untersuchen, wie sich Photovoltaik und Pflanzenproduktion effektiv koppeln lassen. „Durch die Doppelnutzung der Fläche mit den aufgeständerten Photovoltaik-Modulen kann der Landwirt die Folgen des Klimawandels abfedern, den Ernteertrag durch höherwertig nutzbare Pflanzen steigern und gleichzeitig selbst Strom produzieren“, erläutert Professor Ulrich Schurr vom Institut für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich.

Das Pflanzenwachstum wird dazu mit wissenschaftlichen High-Tech Methoden untersucht, um Photovoltaik- und Pflanzenertrag gemeinsam zu optimieren. Dazu werden spezielle Roboter die Anlage regelmäßig abfahren und hochauflösende Bilder und wichtige Daten direkt in die Labore nach Jülich weiterleiten. So soll es künftig möglich sein, auch höherwertige Bepflanzungen vorzunehmen und somit ökonomisch interessant für die Landwirtschaft zu machen.

Bürgermeister Georg Gelhausen, der das Projekt mit initiiert hat, betont, wie wichtig derartige Projekte in der Zeit nach der Kohle sind: „Wir müssen die uns nun die Leitentscheidung ermöglichten neuen Chancen nutzen. Dazu zählen auch biobasierte, nachhaltige Innovationen, die für regionale Wertschöpfungsketten sorgen. Auch wenn wir noch ganz am Anfang stehen, so können wir doch sehr stolz auf das bisher Erreichte sein!“

Zunächst ist der Betrieb der Anlage auf zwei Jahre ausgelegt. Projektleiter Dr. Matthias Meier-Grüll kann sich aber eine Verlängerung durchaus vorstellen. Zudem - so ist es geplant - soll im Frühjahr, wenn das Wachstum der Pflanzen sichtbar wird, das Gelände auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger zeitweise zugänglich gemacht werden.

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